Liberating Gelsenkirchen

Der lange Weg zum 10. April 1945

C.A.R.E.-Pakete und Lebensmittelmarken

Bereits während des Zweiten Weltkrieges wurden an die Bevölkerung Lebensmittel-, Kleider- und auch Reifenkarten ausgegeben. Dies diente dazu Rohstoffe und Grundnahrungsmittel für die Kriegswirtschaft frei zu halten, jedoch gleichermaßen jedem Bürger ein Stückchen vom Kuchen abhaben zu lassen.

Mit Kriegsende war vielerorts die Versorgungslage dramatisch und so begannen zunächst die westalliierten Truppen nicht benötigte Feldrationen auszugeben. Kurz darauf gründete sich in den USA die Organisation C.A.R.E., welche noch bis heute humanitäre Hilfsleistungen unternimmt.

Mit Einsetzen der neuen Bürokratie in den besetzten Gebieten wurden dann aber auch wieder Lebensmittelmarken ausgegeben.

C.A.R.E-Paket

Um der Nahrungsmittelknappheit auf dem europäischen Kontinent entgegen zu treten, wurde im November 1945 aus verschiedenen amerikanischen Wohlfahrtsverbänden die Organisation C.A.R.E. (Cooperative for American Remittances to Europe; dt. Gemeinschaft für amerikanische Hilfslieferungen nach Europa) gegründet. Ziel war es die notleidende Bevölkerung mit dem Nötigsten zum Überleben zu versorgen. Zu Beginn beteiligte sich auch die US Armee mit fast 3 Millionen nicht mehr benötigter Feldrationen.

Die Hilfslieferungen beschränkten sich zunächst auf die westeuropäischen Länder, während in Deutschland noch ein Verbot für Hilfslieferungen bestand. Dieses endete Anfang Dezember 1945.

Die ersten C.A.R.E.-Pakete erreichten die amerikanische Besatzungszone im Juli 1946. Wenig später erreichten auch die ersten Pakete die französischen und britischen Besatzungszonen. Diese Pakete waren meist von Verwandten individuell gepackte Hilfspakete. Ab März 1947 stellte die Organisation die ersten selbstgepackten Sendungen zur Verfügung, die nach einem festen Plan und bestimmten Nährwerten gepackt wurden. Bis 1960 erreichten fast 10 Millionen C.A.R.E.-Pakete westdeutsche Haushalte. Insgesamt wurden 100 Millionen Pakete nach Europa verschickt.

1952 änderte C.A.R.E. seinen Namen von "Cooperative for American Remittance to Europe" zu "Cooperative for American Relief to Everywhere" (dt. Gemeinschaft für amerikanische Hilfslieferungen nach Überall) und ist bis heute eine der größten Hilfsorganisationen der Welt.


Lebensmittelmarken

Noch bis in die 1950er Jahre waren Lebensmittelkarten Teil des täglichen Lebens. In verschiedensten Ausführungen waren sie erhältlich, um so nicht nur Lebensmittel, sondern auch andere Bereiche des täglichen Bedarfs abzudecken. So gab es neben den Kartoffelkarten zum Beispiel auch Benzin- oder Kleiderkarten.


Waffenöl aus U.S.A.I.D.-Lieferung

So wie C.A.R.E. die Zivilbevölkerung zum Ziel hatte, gab es noch die Organisation USAID (United States Agency for International Development; dt. Agentur der Vereinigten Staaten für internationale Entwicklung), welche neben der Zivilbevölkerung auch die Unterstützung staatlicher Strukturen im Aufgabenfeld hatte. So wurden auch militärische Güter wie dieses Waffenöl nach Deutschland geliefert.

Hier geht es weiter
Zurück zum Anfang