Liberating Gelsenkirchen

Der lange Weg zum 10. April 1945

Kriegsgefangene & Heimkehrer

Während die meisten Angehörigen der deutschen Wehrmacht bereits sofort mit Kriegsende oder in den Wochen danach Heimkehren durften, so blieben doch viele Angehörige im Ungewissen. Kommunikation lief über das neutrale Internationale Rote Kreuz und entsprechend langwierig war die Briefkorrespondenz.

Besonders aus den Ostgebieten gab es wenig Informationen, kaum eine deutsche Einheit war auf der Flucht vor der Roten Armee intakt geblieben.

Aber auch die Heimkehrer standen bei ihrer Rückkehr vor großen Problemen: Oftmals über Jahre mit nur kurzen Unterbrechungen weit von daheim entfernt gewesen, standen sie nun in einem Land, dass sie nicht mehr erkannten.

Nachrichten aus der Kriegsgefangenschaft

Solche kurzen und kleinen Postkarten sorgten in den Familien für große Erleichterung: Ein vermisster Angehöriger ist noch am Leben, jedoch in Kriegsgefangenschaft.

Während die Kriegsgefangenen der Westalliierten mit einer recht baldigen Entlassung und einer Behandlung entsprechend der Genfer Konventionen rechnen durften, war die Lage in sowjetischen Kriegsgefangenenlagern deutlich dramatischer. Meist im eisigen Sibirien, mit zu wenig Nahrung und der Willkür der Bewacher ausgesetzt, kamen die lezten deutschen Kriegsgefangenen erst in den 1950er Jahren zurück in die Heimat.

Die Korrespondenz mit Kriegsgefangenen lief damals über das neutrale Internationale Rote Kreuz.


Schmägedicht über die deutsche Frau

Dieses Gedicht aus der Feder eines mutmaßlichen Heimkehrers, klingt auf dem ersten Blick nach einem sarkastischen Stück. Was aber dahinter steckt ist, wie der Heimkehrer seine Umwelt nach 5 Jahren Krieg nun wahrnimmt. Er verarbeitet darin nicht nur den Schock, nach so langer Zeit wieder nach Hause zu kommen und eine völlig andere Welt vorzufinden, sondern auch die tiefsitzende Ideologie und das Bild, dass er sich in kürzester Zeit selbst machen konnte.

In diesem deutlich der untergegagnenen Ideologie anhaftenden Gedicht wird der Wille der deutschen Frau, für das Überleben ihrer Familie wirklich alles zu tun, in das Gegenteil verkehrt und dazu genutzt die "Heimatfront" in ein schlechtes Licht zu stellen. Eine Ähnlichkeit zur Dolchstoß-Legende des Ersten Weltkrieges ist deutlich zu erkennen.

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