Liberating Gelsenkirchen

Der lange Weg zum 10. April 1945


Wiederaufbau

Der Wiederaufbau bezieht sich nicht nur auf die Reperatur und Neuerrichtung zerstörter Gebäude, auch das Schulsystem, die örtlichen Verwaltungen und Gemeinden mussten neu aufgebaut werden. Dabei sollte die Entnazifizierung (Entfernung von Nazi-Kadern aus öffentlichen Ämtern) eine wichtige Rolle spielen.

Wie sich jedoch in den Jahrzehnten danach immer wieder herausstellte, wurde diese in den unmittelbaren Nachkriegsjahren nicht immer so gewissenhaft voran getrieben: Oftmals blieben Nazi-Funktionäre Bestandteile öffentlicher Behörden, hochrangige Wissenschaftler wurden als "Kriegsbeute" von allen Siegermächten gerne aufgenommen und über dubiose "Ratttenlinien" schafften es viele gesuchte Kriegsverbrecher nach Südamerika.

Es begann jedoch, vorangetrieben durch die britische Militärregierung, schon früh die Auseinandersetzung mit der Vergangeheit im neu geregelten Schulunterricht und der Wiederaufbau der zerstörten Gebäude schritt ebenfalls zügig voran, wenn auch in Gelsenkirchen die Industrieanlagen schneller fertig wurden als der dringend benötigte Wohnraum.

Rundschreiben des Lehrerverbandes

In diesem Rundschreiben vom Juni/Juli 1948 geht es im allgemeinen um alle wichtigen Themen, die die Lehrerschaft in der britischen Zone wissen oder mit ihren Schülern besprechen sollten.

In erster Linie geprägt vom Wideraufbau des Schulsystems und des frisch gegründeten Allgemeinen Deutschen Lehrer und Lehrerinnenverbandes (ADLLV) drehen sich die Themen rund um die Organisation des Lehrerstandes als Gewerkschaft.

Daneben werden aber auch hochpolitische Themen angesprochen, wie die Reaktion von Schülerinnen und Schülern auf die Vorführung eines Filmes, der die Judenverfolgung zum Thema hatte und die daraus resultierende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit der Eltern.



Wiederaufbau der Christuskirche

Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg waren besonders geprägt vom Wiederaufbau der Stadt. Noch heute ist das Stadtbild deutlich von dieser Zeit geprägt.

Besonders der Wiederaufbau der zerstörten Kirchen war für die jeweiligen Gemeinden ein wichtiger Schritt hin zur Normalität.

Exemplarisch dafür möchten wir hier die Christuskirche in Bismarck erwähnen. Bereits 1940 wurde die Kirche durch einen Bombeneinschlag im Altarraum so sehr beschädigt, dass keine Gottesdienste mehr in der Kirche stattfinden konnten. Im November 1944 wurde die Kirche nochmals von mehreren Bomben getroffen, die zum Einsturz des Daches führten.

Über die Wiedereinweihung wurde im Dezember 1950 zweimal im Gelsenkirchener Stadtanzeiger der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, dem Nachfolger der Gelsenkirchener Allgemeinen Zeitung, berichtet.

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